Musiktherapie

Vor dem Hintergrund der Frühgeburt, zeigt sich die besondere Bedeutung sozialmedizinischer Angebote, die das fragile Gefüge aus frühgeborenem Kind und zu früh gewordenen Eltern nachhaltig unterstützt. Die Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Dabei wird durch musikalische Mittel die Interaktion und Kommunikation zwischen Eltern und Kind unterstützt. Dies gelingt zunächst, indem durch sanfte, selbst gespielte Klänge Räume geschaffen werden, in denen sich Eltern und Kind in einer haltgebenden Atmosphäre begegnen können. Es werden Momente der gemeinsamen Entspannung ermöglicht und Gelegenheiten geschaffen, sich einander zuzuwenden.

In Ergänzung zu anderen psychotherapeutischen Angeboten findet die Musiktherapie als Teil des stationären Behandlungsangebots im Altonaer Kinderkrankenhaus unmittelbar am Bett des Kindes statt, weswegen der Kontaktaufbau und die Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind einen zentralen Bezugspunkt in der musiktherapeutischen Begleitung der Familie darstellen. Mit dem Ende des stationären Aufenthaltes endet derzeit auch die musiktherapeutische Unterstützung der Familien und die in diesem Rahmen angestoßenen und begleiteten Gestaltungsprozesse. Um das anfällige Beziehungsgefüge zwischen Eltern und Kind jedoch langfristig und nachhaltig unterstützen zu können, ist eine Begleitung über diesen kritischen Zeitpunkt hinweg unerlässlich.

Das ambulante, musiktherapeutische Angebot im Rahmen der sozialmedizinischen Nachsorge richtet sich deshalb an Familien, die sich eine weiterführende Unterstützung in der Beziehungsgestaltung zwischen sich und ihrem Kind im häuslichen Umfeld wünschen. Im Rahmen von 12 musikthe-rapeutischen Sitzungen, die im wöchentlichen Rhythmus stattfinden, können Eltern in einer haltgebenden, unterstützenden und Mut machenden Atmosphäre die Beziehung zu ihrem Kind spielerisch weiter entdecken. Anknüpfend an den stationären Aufenthalt werden die bereits angestoßenen Prozesse weiterverfolgt oder neue Gestaltungsmöglichkeiten angeregt, um das Beziehungsgefüge auf diese Weise nachhaltig zu stärken.